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A Surfer's Guide to the Internet

Kapitel 7


7 Urheberrecht Copyright

7.1 Urheberrecht - kurz und bündig

Fragezeichen

Das Urheberrecht (den meisten wohl eher bekannt als "Copyright") ist das Recht auf intellektuelles Eigentum, das ein Autor für eine begrenzte Zeit erhält. Mit dem Urheberrecht sind gewisse Exklusivrechte verbunden, so z.B. die Vervielfältigung und die Verbreitung. Urheberrechtlich geschützt sind Werke der Literatur, Wissenschaft und Kunst.

Als Werke gelten nur persönliche geistige Neuschöpfungen. Zu den geschützten Werken gehören auch sogenannte "Bearbeitungen" (z.B. Übersetzungen) sowie Sammelwerke. Nicht urheberrechtlich geschützt sind amtliche Werke (Gesetze und Verordnungen).

Der Urheber ist der Schöpfer des Werkes.

Die Dauer des Urheberrechtes beträgt in Deutschland für alle Werke bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Danach können die Arbeiten in der Regel frei verwendet werde

Zu Fragen des Urheberrechtes sind im Zusammenhang mit dem Internet - so auch bezüglich E-Mail, Usenet und Newsgroups - keine gerichtlichen Entscheidungen ersichtlich.


7.2 Das Urheberrecht im einzelnen

Ziel der Gesetzgebung im Hinblick auf das Urheberrecht ist es, Wissenschaft, Kunst und Literatur zu unterstützen.

Welche Werke schützt das Urheberrecht nun im einzelnen?

Insbesondere fallen unter das "Copyright":

  1. sogenannte "Sprachwerke" (damit sind wohl Schriften jeglicher Art gemeint), Reden und Computerprogramme
  2. Werke der Musik
  3. pantomimische Werke (auch Tanzkunst)
  4. Werke der bildenden Künste
  5. Lichtbildwerke
  6. Filmwerke
  7. Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art, wie Zeichnungen Pläne, Karten, Skizzen, Tabellen und plastische Darstellungen.

Unter "Sprachwerke" können auch im Internet veröffentlichte Texte fallen wie z.B. Hypertexte. In der Rechtsprechung existiert bislang allerdings noch keine Entscheidung, die diese Frage "höchstrichterlich" geklärt hätte.

Der Text (das Sprachwerk) muß sich von anderen, bisher bekannten Texten unterscheiden und zudem eine Gedankenäußerung enthalten, die als "menschliche Erkenntnis des individuellen Geistes" angesehen werden kann.

Außerdem muß der Text gemäß des Urhebergesetzes seinem Inhalt und seiner Form nach vom Verfasser absichtlich gestaltet worden sein. Es darf sich also nicht um ein Zufallsprodukt handeln. Deshalb sind vermutlich bezogen auf computergenerierte Programme, das den Text erzeugende Programm, jedoch nicht der Text selber urheberrechtlich geschützt.


7.3 Welche Exklusivrechte besitzt der Urheber?

Zu den sogenannten "Urheberpersönlichkeitsrechten" zählen:

  1. Veröffentlichungsrecht: Der Urheber darf bestimmen ob und wie sein Werk zu veröffentlichen ist.
  2. Anerkennung der Urheberschaft: Bezeichnet das Recht des Autors, einen Anspruch auf seine Urheberschaft am Werk zu erheben. Gemäß dieses Gesetzes kann der Autor auch bestimmen, ob das Werk mit einer Urheberbezeichnung zu versehen ist und mit welcher Bezeichnung.
  3. Entstellung des Werkes: Der Urheber darf die Verzerrung oder sogar Vernichtung seines Werkes verbieten.

Zu den sogenannten "Verwertungsrechten" zählen u.a.:

  1. Das Vervielfältigungsrecht: Der Urheber kann sein Werk beliebig vervielfältigen, d.h. das Verfahren und die Anzahl sind ihm überlassen.
  2. Verbreitungsrecht: Der Urheber darf entweder das Original oder eine Kopie der Öffentlichkeit anbieten.

Weitere Rechte sind das Ausstellungsrecht, das Vortrags- Aufführungs- und Vorführungsrecht, das Senderecht, das Recht der Wiedergabe durch Bild- oder Tonträger, sowie das Recht der Wiedergabe von Funksendungen.

Außer dem Verfasser darf ohne dessen Erlaubnis niemand das Werk verwerten. Bei einem Verstoß kann der Urheber auf dem Gerichtsweg auf Unterlassung klagen und von der betreffenden Person Schadensersatz fordern.

Bilder, Musikstücke, Videos, Texte usw. solltest Du demnach ohne die Zustimmung des Autors beispielsweise weder kopieren noch sie anschließend im WWW verbreiten. Die Tatsache, daß die Angebote im WWW kostenlos sind, ist dabei unerheblich. Der Urheber kann Dir aber ein Nutzungsrecht einräumen, das Dich zur Vervielfältigung und öffentlichen Verbreitung berechtigt.

Ebenso kann der Inhalt von Tageszeitungen, Zeitschriften , Büchern usw. solchen Verwertungsrechten unterliegen. Oftmals ist sogar das Speichern in EDV-Anlagen (hierunter fällt auch das Einscannen von Comics, Karikaturen, Texten u.ä. aus allgemein zugänglichen Medien) im Impressum untersagt.

Urheberpersönlichkeitsrecht und Verwertungsrecht stehen dem Autor eines im Internet veröffentlichten Textes unter den gleichen Voraussetzungen zu, die für andere Texte gelten.


7.4 Wie kann das Urheberrecht beantragt werden?

Hammer

Eine Beantragung von Urheberrechten ist nicht erforderlich.

Das Urheberrecht besitzt man, sobald eine Arbeit erstellt ist. Auch Deine kreativen Leistungen sind urheberrechtlich geschützt. Formalitäten, z.B. bezogen auf das Medium müssen nicht eingehalten werden. Ebensowenig besteht die Notwendigkeit, das Werk mit einem Vermerk zu versehen.

Im Gegensatz zum deutschen Recht bestehen in den USA sowohl eine Kennzeichnungspflicht mit dem (C)-Symbol als auch eine Eintragungspflicht. Außerdem gibt es da noch das sogenannte WUA (Welturheberrechtsabkommen). Danach ist eine Kennzeichnung des Werkes Voraussetzung für dessen Schutz. Außer in den Staaten der GUS unterliegen jedoch keine weiteren Industrienationen diesem Abkommen. Trotzdem empfiehlt es sich, seinen Text dennoch zu kennzeichnen.

Die wohl bekannteste Bezeichnung ist der Copyrightvermerk.

Ein vollständiger "Copyright"-Vermerk muß folgendermaßen aussehen:

  1. Der Buchstabe "c" in einem Kreis oder das Wort "Copyright" oder die Abkürzung "copr."
  2. Das Jahr der Erstveröffentlichung
  3. Der Namen des "Copyright"-Inhabers


7.5 Kann ich eine urheberrechtlich geschützte Arbeit ohne die Erlaubnis des Urhebers benutzen?

Ja, denn die Exklusivrechte sind nicht absolut. Dem Urheberrecht sind vom Gesetzgeber her Schranken gesetzt, so daß auch Nicht-Inhaber in einem bestimmten Rahmen von dem geschützten Werke Gebrauch machen können.

Zulässig sind:

a) Zitate

Im Hinblick auf des Urheberrecht darf ein gesamtes Werk nach seinem Erscheinen in eine wissenschaftliche Arbeit, zur Erläuterung des Inhalts aufgenommen werden.

Einzelne Stellen eines Werkes nach seiner Veröffentlichung dürfen in eine wissenschaftliche oder andere Arbeit (Zeitungsartikel, Kritiken, Reden) aufgenommen werden. Die Zitate können von Dir vervielfältigt, verbreitet und veröffentlicht werden. Der Gesetzestext liefert allerdings keine Angaben über die Anzahl an Wörtern oder Zeilen, die entnommen werden dürfen. Die zitierte Passage solltest Du allerdings so kurz wie möglich halten. Wichtig bei Zitaten ist die Angabe der Quelle.

Der Unterschied zwischen dem Erscheinen und dem Veröffentlichen eines Werkes liegt darin, daß das erschienene Werk über seine öffentliche Zugänglichkeit hinaus in Vervielfältigungsexemplaren (mind. 50) für die öffentliche Verbreitung verfügbar sein muß. Genau dies ist das Problem bei Texten im Internet.

Zitierbarkeit von Internet-Texten:

Zwar Unterliegen auch die im Internet veröffentlichten Texte dem Zitierrecht, doch gibt es zwischen diesen und den konventionellen als Druckwerk veröffentlichten Texten einen Unterschied. Fraglich ist, ob ein Text auf dem Weg über das Internet oder anderer Netzwerke im rechtlichen Sinne erscheinen kann. Im Internet werden keine Hardcopys, die ein Kriterium für das Erscheinen eines Werkes sind hergestellt. Deshalb sollte davon ausgegangen werden, daß nur das stellenweise Zitieren von im Internet veröffentlichten Texten zulässig ist. Entscheidungen des Gerichts liegen jedoch auch in diesem Fall noch nicht vor.

b) Vervielfältigungen zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch

"Einzelne Vervielfältigungsstücke eines Werkes zum privaten Gebrauch", so der Gesetzestext, dürfen hergestellt werden

  1. zum eigenen wissenschaftlichen Gebrauch
  2. zur Aufnahme in ein eigenes Archiv
  3. zur eigenen Unterrichtung über Tagesfragen (bei Rundfunkkommentaren)
  4. zum sonstigen Gebrauch. Darunter fällt der nichtkommerzielle Gebrauch wie z.B. die Benutzung im Schulunterricht oder an der Hochschule.

Auch hier liefert der Gesetzestext keine genau Definition von "Vervielfältigungsstücke". Jedenfalls ist das vollständige Kopieren eines Buches oder einer Zeitschrift unzulässig, zumindest solange der Urheber nicht zustimmt.

Falls Dir Du das Bedürfnis nach umfangreicheren Informationen über das Urheberrecht haben solltest, dann lies doch einfach im Urhebergesetz (UrhG) nach.

c) Public domain

Wenn jemand sein Werk als public domain kennzeichnet, kann davon ausgegangen werden, daß er jedermann das Recht einräumen will, sein Werk zu vervielfältigen. Damit verzichtet er aber lediglich auf einen Teil seiner Verwertungsrechte nicht aber auf sein Urheberrecht insgesamt.

d) Shareware

Unter Shareware versteht man Software, die vom Hersteller in einer abgespeckten Version zunächst umsonst zur Verfügung gestellt werden. Das Werk darf zum nichtkommerziellen Gebrauch benutzt und vervielfältigt werden. Wenn mir das Programm zusagt, kann ich mich "registrieren" lassen, indem ich dem Hersteller eine Lizenzgebühr zahle. Dafür schickt mir dieser in der Regel zusätzliche Funktionen für ein Anwedungsprogramm oder eine vollständige Version oder ähnliches.


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