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Anmeldung und Themenvergabe
22.10.2003 (Mittwoch) um 16:15 im F1.310.
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Abgabe der schriftlichen Ausarbeitungen
(8-12 Seiten)
bis Montag, 12. Januar 2004
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Blockseminar (S2)
28.+29. Januar 2004
im Schloß Gehrden bei Brakel/Höxter.
Das nächste Perlen-Seminar findet voraussichtlich
im WS04/05 statt.
Zeitplan
Beginn am Mittwoch, dem 28.1.2004:
Kosten (Unterkunft+Verpflegung)
voraussichtlich ca. 60 Euro.
Inhalt
In diesem Seminar soll anhand einer Reihe ausgewählter Aufsätze
und Lehrbuch-Abschnitte die Schönheit von Problemlösungen aus
dem Bereich der Theoretischen Informatik demonstriert werden und
daß die Beschäftigung mit raffinierten Beweistechniken,
eleganten Argumenten und überraschenden Konstruktionen höchst
vergnüglich ist.
Inspiriert wird dieses Seminar durch das Buch
,,Perlen der Theoretischen Informatik`` von Uwe Schöning, in dem
er eine Sammlung von Ergebnissen vorstellt, die seiner Meinung
nach Highlights der Theoretischen Informatik darstellen.
Natürlich wird die Themenauswahl unseres Seminars durch den
Geschmack der Themensteller und ihre Arbeitsgebiete geprägt
sein.
Um für etwas Abwechslung zu sorgen, sind hier nur
Themen aufgelistet, die im letzten
oder vorletzten
Jahr nicht vergeben wurden:
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Lernbarkeit und VC-Dimension
Was ist normal? Bin ich zu dick oder zu dünn? Bin ich zu groß
oder zu klein?
Möchte man herausfinden, wie ein
Ottonormalverbraucher aussieht, schaut man sich Maße
von normalen Beispielpersonen, die zufällig aus der Menge gegriffen
werden. Damit kann man einen Rahmen bestimmen, in den alle
normalen Leute hineinfallen.
Weil man aber nur einen kleinen Ausschnitt aller normalen Leute
kennen lernt, macht man dann Fehler (Also bin ich doch nicht
zu dick). Dieser Fehler ist klein, wenn die Gewichtsverteilung
und Längenverteilung aller Personen bezüglich eines einfachen
kombinatorisches Maßes (mit dem schwierigen Namen
Vapnik-Chervonenkis-Dimension) klein ist.
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Mann, ist das flach, Mann: Das Periodification-Scheme
Sortiernetzwerke haben einen Nachteil, der es oft verbietet,
daß man sie tatsächlich in Hardware realisiert: Es ist immer nur
ein kleiner Bruchteil aller Einzelkomponenten gleichzeitig aktiv,
ja, jede Komponente ist nur ein einzige Mal tätig und wird danach
nie wieder benötigt. 1994 wurde ein Verfahren vorgestellt, das
jedes Sortiernetzwerk derart umbaut, daß man immer wieder die
gleichen drei Schritte wiederholt und trotzdem fast so schnell
ist wie das ursprüngliche Netzwerk. Will man nun dieses Verfahren
in Hardware realisieren, braucht man nur diese paar Schritte
zu in Hardware zu gießen und kann deren Einzelkomponenten immer
und immer wieder verwenden. In diesem Vortrag soll dieses
Periodification Scheme anhand der Zeitschriften-Version von 2000
vorgestellt werden.
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Phasenübergänge und Zufallsgraphen
Das Phänomen "Phasenübergang" ist in der
Physik wohlbekannt: ein hinreichend großes System von
beispielsweise Wasser-Molekülen ändert bei den
Temperaturschwellen
0oC und
100oC
sprungartig (!) seine Eigenschaften.
Etwas ähnliches trifft für Zufallsgraphen G zu:
überschreitet die Kantenwahrscheinlichkeit
hier die 'Schwelle' von logn/n , so
ist G fast sicher zusammenhängend,
unterhalb fast sicher unzusammenhängend.
Man kann sogar beweisen, daß jede Grapheigenschaft,
die sich in einer gewissen Sprache der Logik ausdrücken läßt,
ein solches 0/1-Gesetz erfüllt.
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IP=PSPACE
Imagine that you have a program which has to decide some property of the
input. Additionally you are allowed to ask questions to some powerful
adversary (able to perform any computations), but it always tries to
convince you that the input has this property. Assuming that the runtime
of your program is polynomial, what is the class of the languages that
you can decide? The answer is NP.
Now we add the posibility to use random number generator. The class of
languages that you are now able to decide (with high probability) in
polynomial time is called IP (Interactive Proofs). The well-known
NON-ISOMORPHISM property, which is believed not to be in NP,
belongs
to this class. Surprisingly, it appears that IP=PSPACE,
i.e. now you
have the same power as a Turing machine with polynomially bounded tape
length.
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3SUM-hardness
Für viele Probleme der algorithmischen Geometrie kennt man
keine subquadratischen Lösungen, kann andererseits aber
auch keine entsprechende untere Schranke beweisen.
Was liegt näher, als, analog zur NP-Vollstädigkeit,
"n2-hardness" zu definieren?
Aber dann muß man natürlich auch vollständige
Probleme identifizieren, sozusagen Pendants zu SAT.
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Unkomprimierbarkeit
Die Dokumentation von gzip erwähnt, daß in
einigen, sehr sehr seltenen Fällen die komprimierte Datei
größer sein kann als das Original.
Ist ein (verlustfreies!) Kompressionsverfahren überhaupt
möglich,
das jede Datei echt kleiner macht? Oder gibt es vielmehr
redundanzfreie Bitstrings, die sich jeder Komprimierung
widersetzen? Versuch' mal, einen anzugeben!
Lange Zeit schien die Kolmogorov Komplexität eine
rein theoretische Größe zu sein.
In letzter Zeit lieferte die Incompressibility Method
jedoch einige höchst elegante Beweise.
Siehe auch das Buch von P. Vitanyi!
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Randomisierung und De-Randomisierung
Randomisierte Algorithmen bestechen durch ihre konzeptionelle
Einfachheit und praktische Anwendbarkeit. Tatsächlich sind
zu vielen 'schweren' Problemen nur effiziente randomisierte
Lösungen bekannt. Aber ist Randomisierung ECHT mächtiger
als Determinismus? Und wie verhält sie sich zum Nichtdeterminismus?
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Theory of P2P-networks
(1-3 Themen)
Peer-to-Peer networks have become very popular in the last few years.
They can be used to share files (Napster, Gnutella, Kazaa)
but also to share computational power (SETI@home).
The definition of a peer-to-peer network says that each of its nodes
has equivalent capabilities and responsibilities. This is actually
not true for most of the examples - Napster used central servers
and Kazaa treats some nodes as supernodes.
Such networks have been very well examined in practice and the demands
concerning them are well defined. Nowadays also the theory on them is
developed.
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Random Knapsack in expected polynomial time
Das Knapsack Problem ist eines der am häufigsten
untersuchten aus dem
Gebiet der kombinatorischen Optimierung. Gegeben sind n Güter mit
jeweiligen Gewichten, zusätzlich hat jedes Gut noch einen Gewinnwert.
Ziel ist es, einen Rucksack mit Gütern zu packen, sodass die
Kapazität des
Rucksacks nicht vom Gewicht der Güter überschritten wird und zugleich
der Gewinn der gepackten Güter maximal wird.
Dieses Problem ist sowohl von theoretischem als auch praktischem
Interesse. Im worst case haben alle bekannten Knapsack Algorithmen eine
exponentielle Laufzeit, in praktischem Anwendungen sind diese Algorithmen
allerdings sehr viel besser. Daher stellt sich die Frage nach der
durchschnittlichen Komplexität der Knapsack Algorithmen.
Rene Beier und Berthold Vöcking liefern den ersten Beweis, dass
zumindest zufällige Instanzen des
Knapsack Problems in erwarteter polynomieller Laufzeit gelöst werden
können.
Diese Arbeit ist im Sommer 2003 auf einer der besten Konferenzen für
Theoretische Informatik veröffentlicht worden (STOC).
Berhold Vöcking
war lange Jahre in Paderborn und hat bei Prof. Meyer auf der Heide promoviert.
Heute ist er Professor für Informatik in Dortmund.
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Fixed-Parameter Komplexität
Fast jedes relevante Problem ist NP-hart.
In der Praxis muß es aber trotzdem
gelöst werden, und mit geeigneten
Heuristiken geht das auch überraschend oft.
Die formale Begründung liefert eine worst-case
Analyse, bei der man neben n einen
weiteren Parameter betrachtet. So erlaubt
beispielsweise k-VertexCover eine
Laufzeit von
O((1.29)k+kn), was für Werte k≤2000
durchaus praktikabel ist. Allgemeiner spricht man von
Fixed-Parameter Tractability (FPT) bei Laufzeiten der
Form f(k)+p(n)
mit einem Polynom p(n) und einer beliebigen Funktion
f(k).
Andererseits gibt es Probleme wie
k-Clique, die FPT-hart sind, d.h. vermutlich
nicht von einem Algorithmus mit obigem Laufzeitverhalten
gelöst werden können.
Siehe auch das Buch "Parametrized Complexity"
von Downey und Fellows sowie die Habilitationsschrift von Rolf Niedermeier.
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Aspect Graph unter orthographischer Projektion
Eine wesentliche Aufgabenstellung in der Computergraphik ist die Erkennung
von Sichtbarkeit. Alle qualitativ unterschiedlichen Sichten auf eine Szene
können durch den Aspect Graph repräsentiert werden. Betrachterpositionen,
die zu Bildern mit gleicher Topologie führen, werden durch einen Knoten
zusammengefasst. Die Veränderung von Sichtbarkeit wird durch Kanten in
diesem Graph beschrieben. Die Vielzahl unterschiedlicher Ansichten
auf eine Szene führt zu einem schnellen Anwachsen der Größe des Aspect
Graph. Unter orthographischer Projektion beträgt die Komplextität O(n^2) bei
konvexen Szenen und O(n^6) im allgemeinen Fall.
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Sublineare Algorithmen
Christian Sohler bietet ein eigenes Seminar zu interessanten
Aspekten dieses spannenden Themas an!
Dieses Buch gibt es im Semesterapparat in der Bibliothek.
Martin Ziegler