Konfigurationstips


1. Vorwort

Im folgenden sollen Hinweise und Tips zur Installation und Konfiguration von Programmen im Rechnerverbund der GH Uni-Paderborn zur Verfuegung gestellt werden. Es handelt sich dabei um Wissen, welches ich und andere im Laufe unseres Studiums zusammengetragen haben. Bei vielen Hinweisen handelt es sich also um persoenliche Praeferenzen, welche nicht Zwangsweise uebernommen werden muessen.

Es ist im uebrigen nicht auszuschliessen, dass diese Hinweise mit Versionswechseln oder Softwareumstellungen hinfaellig werden oder der Ueberarbeitung beduerfen!

2. Wie starte ich Programme im Hintergrund?

Jedes Shell-Kommando kann durch uebergeben des Zeichens "&" als eigener Prozess gestartet werden. Es gibt die Shell dann sofort wieder frei. Diese Moeglichkeit ist wichtig fuer Programme die beim "hochfahren" des Systems geladen werden und auf deren Beendigung nicht gewartet werden soll. Eine solche Abkopplung von der Shell ist aber auch in vielen anderen Faellen sinnvoll, z.B. wenn laengere Compiler-Laeufe gestartet werden und man in der Zwischenzeit andere Dinge in der Shell erledigen moechte. Dies funktioniert wie folgt:

 Kommando & 
Parameter, Optionen etc. koennen natuerlich nach wie vor auch uebergeben werden:
 Kommando (Parameter) &

3. Wie setze ich Pfade?

Fuer viele Programme muessen Suchpfade eingebunden werden. Dies geschieht in der Datei ".cshrc", bei welcher es sich um die Voreinstellungsdatei fuer alle Shells handelt. Aenderungen in dieser Datei werden also bereits beim Aufruf einer neuen Shell wirksam.

Wo innerhalb der Datei User-definierte Suchpfade einzubinden sind, wird von einer Kommentierung (``Eigene Suchpfade hier einhaengen'') markiert.

User-definierte Suchpfade haben ueblicherweise das folgende aussehen:

 set path=($path /usr/local/pine/bin)
Damit auch die Bedienungsanleitungen fuer neu hinzugefuegte Programmpakete in den Anleitungs-Suchpfad eingebunden werden, muss der Anleitungs-Suchpfad normalerweise um das folgende ergaenzt werden:

 setenv  MANPATH  ${MANPATH}:/usr/local/pine/man
Programmpakete bestehen normalerweise aus einem "bin" und einem "man" Verzeichnis, wobei sich in "bin" die ausfuehrbaren Programme und in "man" die Anleitungen befinden. Beim Setzen von Pfaden ist also meist jeweils das "bin" bzw. "man" Verzeichnis dem Suchpfad hinzuzufuegen.

Tip: Einen Ueberblick ueber verfuegbare Programmpakete erhaelt man durch ein "dir /usr/local", allerdings duerften die wenigsten die Funktion eines Programmpaketes an seinem Namen erkennen koennen...

Es folgen die Pfadangaben fuer beliebte Programmpakete, auf die zum Teil spaeter noch eingegangen wird:

# TeX        (Satzsystem)
  set path=(/usr/local/tex/bin $path)             # TeX Satzsystem
  setenv  MANPATH  /usr/local/tex/man:${MANPATH}  # TeX-System
# pine       (Mail/News - Reader)
  set path=($path /usr/local/pine/bin)                    #pine
# pgp        (Kryptographie)
  set path=($path /usr/local/pgp/bin) 
  setenv  MANPATH  ${MANPATH}:/usr/local/pgp/man  # pgp-Programme
# Netscape    (WWW-Browser)
  set path=($path /usr/local/WWW/bin)
# ppm        (Bildbearbeitung)
  set path=($path /usr/local/graphics/bin )               # Diverse Graphic-Tools
  setenv  MANPATH  ${MANPATH}:/usr/local/graphics/man     # Manuals dazu
# motifation (Oberflaechenlayout)
  set path=($path /usr/local/x11/motifation/bin)
  set path=($path /usr/local/x11/motifation/lib)
Diese Pfadangaben sollten einfach "ausgeschnitten" und in die ".cshrc" eingefuegt werden.

4. Wie sehe ich mir Bilder an?

Um Bilder zu betrachten wird das Programm "XView" benutzt. Es wird einfach durch durch die Eingabe von "xv" (oder "xv dateiname") in der Shell gestartet. Seine Funktionen entsprechen denen von anderen Bildbearbeitungsprogrammen und beduerfen wohl keiner naeheren Erlaeuterung.

5. Wie lade ich ein Hintergrundbild?

Um ein Bild in den Hintergrund des Desktops zu legen wird ebenfalls das Programm "XView" benutzt. Es wird allerdings durch Eingabe von verschiedenen Optionen dazu gebracht ein Bild nur zu laden, in den Hintergrund zu legen und sich selbst sofort wieder zu beenden. Der Aufruf sieht wie folgt aus:

 xv -root -quit dateiname &
Ist das Bild kleiner als das Desktop wird es automatisch "gekachelt". Moechte man, dass das Bild genau die Groesse des Desktops hat, muss zusaetzlich die Option "-max" uebergeben werden.

Soll das Bild bei jedem Neustart automatisch geladen werden muss die oben angegebene Zeile in der Datei ".xstartrc" eingefuegt werden. Sie sollte dabei genau vor dem Window-Manager eingebunden werden (Window-Manager [kommentiert] - wird als letztes gestartet - letzte Zeilen der ".xstartrc")

6. Was ist PGP?

PGP ist ein Akronym fuer PrettyGoodPrivacy. Es dient zur Kodierung und digitalen Signierung von Dokumenten, Programmen und Mails. PGP basiert auf dem legendaeren RSA Algorithmus, welcher nach menschlichem ermessen (zur Zeit) als sicher eingestuft werden kann. Fuer die Implementierung und Verbreitung von PGP droht dem Programmierer inzwischen eine Haftstrafe, da "sichere" Kryptographie als Kriegstechnologie eingestuft wird und also strengen Exportbeschraenkungen unterliegt. PGP basiert auf dem Prinzip von oeffentlichen und geheimen Schluesseln. Mit dem oeffentlichen Schluessel einer Person koennen Daten so kodiert werden, das nur diese Person sie mit ihrem privaten Schluessel wieder entschluesseln kann (vorheriger Schluesseltausch ist unumgaenglich!). Digitale Signaturen lassen Daten in lesbarer Form, verifizieren aber deren Echtheit (sprich: Den Autor des Dokumentes). Dazu wird ein Hash-Wert fuer die Daten berechnet und mit dem Schluessel verbunden. Nachtraegliche Aenderungen fuehren zu einer "bad signature".

7. Wie funktioniert PGP?

Zunaechst braucht man ein Verzeichnis, in welchem der "Schluesselbund" und sonstige Schluessel aufbewahrt werden. Bei neueren Versionen von PGP heisst dieses Verzeichnis .pgp, bei aelteren Versionen einfach pgp. Also:

 mkdir .pgp
Nun muss man seinen persoenlichen oeffentlichen und privaten Schluessel erzeugen. Die Option dazu lautet -kg wie "key generate".
 pgp -kg
Es folgt ein Dialog in welchem man seinen Namen und das Passwort eingibt (Achtung: Bildschirmtexte sorgfaeltig lesen!!!). Danach muss man auf dem Keyboard rumhaemmern um zufaellige Werte zu erzeugen. Danach ist die Schluesselerzeugung abgeschlossen und man sollte jetzt die Dateien "pubring" und "secring" im PGP Verzeichnis haben.

Nun muss man seinen oeffentlichen Schluessel "extrahieren" um ihn anderen Leuten zumailen zu koennen. Dazu benutzt man die Option "-kxa" wie "Key eXtract Ascii". Man wird dann aufgefordert einen Filenamen fuer den oeffentlichen Schluessel anzugeben (Vorschlag: My.public.key (oder so aehnlich))

 pgp -kxa
Das entstandene File kann man jetzt allen zumailen mit denen man kommunizieren moechte.

Wenn man einen Schluessel zugeschickt bekommt muss man ihn zur Benutzung an seinen oeffentlichen Schluesselring "anhaengen". Dazu benutzt man die Option "-ka" wie "Key Add".

 pgp -ka filename
Moechte man seinen Schluesselbestand ansehen benutzt man die Option "-kv" wie "Key Verbose".
 pgp -kv

 Ausgabe (z.B.):

 Pretty Good Privacy(tm) 2.6.2i - Public-key encryption for the masses.
 (c) 1990-1995 Philip Zimmermann, Phil's Pretty Good Software. 7 May 95
 International version - not for use in the USA. Does not use RSAREF.
 Current time: 1995/10/23 22:04 GMT 

 Key ring: '/homes1/woodstock/corona/PGP/pubring.pgp'
 Type bits/keyID    Date       User ID
 pub   512/E1D8B651 1995/10/17 Olaf Scheel 
 pub  1024/DC33A83D 1994/09/14 mirekk@uni-paderborn.de
 pub  1024/FD73CF39 1995/08/28 Carsten Frewert 
 pub   512/09A60D7D 1995/09/04 Markus Michael Koenig 
 pub   384/5FAF4695 1995/08/03 Stephan K. Ilaender 
 5 matching keys found.
Fremde oeffentliche Schluessel koennen auch mit dem eigenen Schluessel "signiert" werden. Der signierte Schluessel erhaelt so einen groesseren "Echtheitswert". Die Option lautet: "-ks" wie "Key Sign"
 pgp -ks user_name_substring
Den signierten Schluessel der betreffenden Person extrahiert man wie oben beschrieben und sendet ihn ihr wieder zu.

Daten kodiert man mit der Option "-e" wie "Encode" und gibt dann im Bildschirmdialog den Namen der Zieldatei an.

 pgp -e filename
Dateien signiert man nach der gleichen Vorgehensweise mit dem Unterschied, dass als Option "-s" wie "Sign" benutzt wird.
 pgp -s filename
Moechte man eine Datei signieren und kodieren so benutzt man "-es" als Option wie "Encode & Sign"
 pgp -es filename
Mails lassen sich einfach kodieren und signieren wenn man als Mailer "ELM" benutzt und vor dem verschicken einer Mail die Option (p) (wie pgp) anwaehlt.

Achtung: Das Schluesselmanagement, Kodierung und Signierung lassen sich im Mailbereich fast vollstaendig automatisieren wenn man "ELM" benutzt. Zugesendete Schluessel werden automatisch an den "Schluesselbund" gehaengt und das kodieren und signieren geht auf Knopfdruck...

Fuer alle die auf den Geschmack gekommen sind folgt hier mein oeffentlicher Schluessel:

-----BEGIN PGP PUBLIC KEY BLOCK-----
Version: 2.6.2i

mQA9AjAgyvUAAAEBgNU7e830DpmOS2A43aIAWxkXaVX+SF1kEkkazhzTqFgIAwTs
42XULELRdzA+X69GlQAFEbQtU3RlcGhhbiBLLiBJbGFlbmRlciA8Y29yb25hQHVu
aS1wYWRlcmJvcm4uZGU+iQCVAwUQMHRHdJ0lt3f9c885AQGo1gP8Clpfy7+teyMq
UJ5ZxsklS/kuJ/xicyNsuiNh+SP0dH0P6lXgNXzg1kFRHwNYca/HDhwdQTjilUBR
tUNTI/3oIOebAA6Nf+Umb8hyFPilDZBC4W4KzruZUzrGOcxyVdneJrmBMEDayONR
I/eYE9SLUMSZp/nJgYS2CvutDBMnEV2JAEUDBRAwc5dd0XcwPl+vRpUBAViEAX9I
g2RijAUmo4bVCVqeVwwh/VGHoF+8LDDeC3S93RWe7nyEqEQ6QKMtepYmpS1GGGCJ
AJUCBRAwIMzxCjY33L6NU80BAaAnA/9rbcP8PHHfgdIfWmZapnhIHJaXQIVt1wPR
Z+hNKS+K3c/gdq8wgY1aCCvmilPUTq5kBtZXf92vOfEP5Air07Gw+xagIrElJaU8
wfsXvdPdYc06/1s4IGNIDON0IHtEUQRrqHfeNCoZflnvEO+HQveqdi/NzrI6O32N
72Q3c1VzpA==
=ehSs
-----END PGP PUBLIC KEY BLOCK-----
Na? Was ist nun damit zu tun....???

Es folgt nun der Oeffentliche Schluessel von Bill Clinton:

-----BEGIN PGP PUBLIC KEY BLOCK-----
Version: 2.6.2i

mQA9AhLOphsAAAEBgLVS5wNUzpQTFgoiO4W3NihH6V3StbtmfdMy5BQWdCxVhEbr
Loa2h/AD75ZYI73G+QAFEbQtV2lsbGlhbSBKLiBDbGludG9uIDxwcmVzaWRlbnRA
d2hpdGVob3VzZS5nb3Y+iQBMAwUQL6J0W79Q/NGEJduxAQHchgG0DVIsOogL2OAr
jB2U5JWLmXT/G4yfTrvBmCxkCuqb1jvnABrdWniMIA5WFXEYn2qqSL6qdkqgIYkA
lQIFEC5nN/GwGHxyzD2SEwEB7AYD/ijqPRujWpLCrUlD0jnZbpjyCGoiwJTkINmE
BHUsBMD91KNvJXaT/m4klTv/idDtVzcjyyKtODQPVF1mJVY0hJGEf4sCJXfYkiLP
V1wmCvwmNLWYZ0csa/344jazXbty7iDGlhX0nXBWy27bXdjYJaZMvIoJZNqCZxJ2
OIgIhYbDiQBFAgUQLeDTRVqypwneCdeNAQFP8QF+LoYQ9Dg4m/QVv0GziPPRff/d
f2oRLCzql0vA8SD+b45Z3KmlVPzyj7yH/92Vvvvm
=oD8+
-----END PGP PUBLIC KEY BLOCK-----
Wer mehr ueber PGP wissen will sollte die folgenden URLs ausprobieren:
Deutsche PGP Anleitung
Eine ausfuehrliche Uebersetzung der englischen PGP-Anleitung.
WWW-Key-Server
Ein Key-Server verwaltet alle ihm zugesendeten oeffentlichen Schluessel. Mittels eines WWW Interfaces kann entweder der eigene Schluessel uebermittelt werden oder der Schluessel von anderen Personen heruntergeladen werden.
International PGP Homepage
Hier gibt es Infos ueber PGP und Versionen fuer alle Computersysteme zum downloaden. PGP ist im allgemeinen Public Domain.
PGP Hypertext Dokumentation
Ausfuehrliche Anleitung und Uebersicht zu PGP im Hypertext (und LaTeX) Format

8. Wie funktioniert finger?

Mittels finger lassen sich Informationen ueber Personen bzw. Rechner und die darauf eingeloggten User beschaffen. Die einfachste Anwendung ist der Aufruf des Befehls ohne Parameter. Man erhaelt dann eine Liste der User die auf dem eigenen Rechner eingeloggt sind.

 finger

 Ausgabe (z.B.):

 corona@pris [~] >>finger 
 Login       Name               TTY         Idle    When    Where
 corona   Stephan Ilaender      console          Tue 16:44 
Gibt man einen String als Parameter wird nach allen Usern gesucht, welche den String als Substring in Namen oder Login haben.
 finger schomaker
 
 Ausgabe: 

 corona@pris [~] >>finger schomaker
 Login name: pinsel                      In real life: Gunnar Schomaker
 Directory: /homes1/inf-ga/pinsel        Shell: /usr/local/bin/tcsh
 Last login Mon Oct 23 22:00 on console
 Mail last read Tue Oct 24 12:33:43 1995
 No Plan.
Fuer alle User die den Substring in Namen oder Login hatten werden die obigen Informationen ausgespuckt. Wichtige Informationen sind das letzte login und der Zeitpunkt zu dem zum letzten mal Mail gelesen wurde. Finger-Anfragen funktionieren im Prinzip auch an anderen Unis. Es kommt aber darauf an wie Kommunikationsfreudig die angesprochene Uni ist...
 finger xyz@athene.informatik.uni-bonn.de
Gibt man keinen login-Namen an, koennen Informationen ueber bestimmte Rechner abgefragt werden (Wer seit wann eingeloggt ist etc.) Normalerweise benutzt man dazu das @ Symbol und den Rechnernamen.
 finger @pris

 Ausgabe:
 
 corona@pris [~] >>finger @pris
 Login       Name               TTY         Idle    When    Where
 corona   Stephan Ilaender      console          Tue 16:44 
Falls bei einem angefingerten Benutzer ein File Namens .plan existiert wird dieses Uebertragen und ausgegeben. In einem .plan File kann man z.B. seine Adresse oder eine Liste seiner Taetigkeiten veroeffentlichen. Es ist z.B. auch Moeglich in seinem .plan File bei jedem Login den aktuellen Rechnernamen zu veroeffentlichen. Das erleichtert den Einsatz von talk ungemein. Mit den folgenden Zeilen in der Datei ".login" oder ".xstartrc" laesst sich ein aktuelles .plan-File mit dem Rechnernamen erzeugen:
# Aendere .plan Eintrag
echo >.plan "*****************************************************************"
echo >>.plan "Ich bin seit `date` online auf `hostname` !"
echo >>.plan "*****************************************************************"
echo >>.plan ""
date und hostname bewirken dabei, dass die Login-Zeit und der Rechnername vermerkt werden. Man sollte dann aber nicht vergessen in der Datei ".logout" das so erzeugte .plan-File wieder zu loeschen oder durch eines ohne Rechnernamen (z.B. nur Adresse) zu ersetzen. Durch folgende Befehle in der Datei ".logout" wird beim ausloggen ein Standard .plan-File erzeugt.
 cp .old.plan .plan
In die Datei .old.plan schreibt man dann das, was bei einer finger-Suche angezeigt werden soll.

Es ist auch moeglich ein .plan File beim ausloggen zu erzeugen, welches festhaelt wann man sich zuletzt ausgeloggt hat:

rm .plan
echo "" > $HOME/.plan
echo Ich bin zur Zeit auf keinem Rechner eingeloggt. >> $HOME/.plan
echo Letztes Logout:  `date` >> $HOME/.plan
echo "" >> $HOME/.plan

9. Wie funktioniert XFreunde?

XFreunde dient dazu staendig einen Ueberblick zu haben ob Bekannte oder Freunde gerade auf einem Uni-Rechner Online sind. Dazu wird beim Startup ein Fenster geoeffnet in welchem in regelmaessigen Abstaenden Angezeigt wird wer sonst gerade Online ist.

Intern funktioniert das ganze wie folgt:

Zunaechst ist also die Datei ".display.machine" beim login zu erzeugen. Dies funktioniert mit folgendem Befehl,
 hostname >.display.machine
welcher in die Datei ".login" oder in ".xstartrc" einzufuegen ist. Das angesprochene Skript wird dann in einem XTerm-Fenster gestartet. Der Aufruf sieht etwa so aus:
xterm -g 58x10+840+100 -ut +sb -title XFreunde -n XFreunde -e ./freunde &
Dabei steht das "-title XFreunde -n XFreunde" dafuer, dass das Fenster den Titel XFreunde erhaelt und ebenfalls XFreunde heisst wenn es ikonifiziert wird. Das "-e ./freunde" bedeutet, das ein Skript Namens "freunde" ausgefuehrt werden soll (das ./ davor ist noetig, falls sich das Skript im HAUPTVERZEICHNIS befindet. Ansonsten reicht "Verzeichnis/Skriptname). Der obige Aufruf sollte in die Datei ".xstartrc" eingefuegt werden.

Was jetzt noch fehlt ist natuerlich das vielfach erwaehnte Skript:

#!/bin/csh -f
while (1)
 set allone = 1
 foreach friend (corona other_users ... )
  if (-e ~$friend/.display.machine) then
   echo "talk $friend@`cat ~$friend/.display.machine`"
   set allone = 0
  endif
 end
 if ($allone) then
  echo -n "Keiner da \!"
  echo " "
  finger -w
 else
  echo -n "------- Ende -------"
  echo " " 
  finger -w
 endif
 sleep 90
 hostname >.display.machine
 clear
end
Obiges Skript sollte ausgeschnitten und unter dem Namen freunde im Hauptverzeichnis gespeichert werden (Damit der Name zum XTerm-Aufruf passt...) In der Zeile "foreach friend (corona other_users ... )" sind in der Klammer die login-Namen der Leute aufzufuehren von denen man wissen will ob sie Online sind (getrennt mit Leerzeichen) Also z.B.: "foreach friend (xxx xxy xyx yxx)". Natuerlich muessen diese Personen die gleiche Prozedur durchgefuehrt haben (sprich: das File ".display.machine" muss korrekt erzeugt werden) Wichtig ist noch, dass das Skript als ausfuehrbare Datei gekennzeichnet wird. Das geschieht wie folgt:
 chmod +x (Skriptname, also z.B. "freunde")
 Also: chmod +x freunde
(Erlaeuterungen zu chmod folgen im Anschluss).

Zuletzt muss dann in der Datei ".logout" das File ".display.machine" geloescht werden (damit man nach dem ausloggen als abwesend gilt):

 rm .display.machine
Anmerkung: Wenn die Datei ".logout" nicht existiert sollte sie einfach durch einen Texteditor erzeugt werden.

Es existiert noch eine abgespechte Version des Skriptes, welche nach Aufruf von der Shell aus (einmalig) die gewuenschten Informationen ausgibt (Eignet sich gut, falls man experimentieren moechte oder Leute ausfindig machen moechte ueber die man nicht staendig informiert werden moechte. Das Skript sieht wie folgt aus und traegt bei mir den sinnigen Namen "whoiswhere":

#!/bin/csh -f
foreach friend ( user_name ...)
 if (-e ~$friend/.display.machine) then
   echo "$friend ist auf `cat ~$friend/.display.machine`"
 endif
end
Auch dieses Skript muss natuerlich als ausfuehrbar gekennzeichnet werden (chmod +x whoiswhere)

10. Wie setze ich Rechte?

Durch die Vergabe von Rechten kann fremden Personen der Zugriff auf bestimmte Dateien verwehrt oder erlaubt werden. Der Befehl dazu lautet "chmod". Danach ist anzugeben fuer wenn man die Rechte neu vergeben moechte. Dabei bedeutet

Diese Merkmale koennen auch kombiniert werden (z.B.: og). Danach ist anzugeben ob Rechte vergeben ("+") oder genommen ("-") werden sollen. Danach ist anzugeben welche Rechte betroffen sind. Dabei bedeutet Ein Aufruf der ein Verzeichnis fuer alle ausser dem User/Owner sperren soll saehe also wie folgt aus:
 chmod og-rwx (Verzeichnisname)
Das gleiche Verzeichnis zu entsperren saehe wie folgt aus:
 chmod a+rwx (Verzeichnisname)
Ein Verzeichnis gegen Lesen (sprich: ls oder dir Befehl) zu schuetzen sieht wie folgt aus:
chmod og-r (Verzeichnisname)
Achtung: Ein so geschuetztes Verzeichnis ist zwar gegen Lesen (also Inhaltsangabe) geschuetzt, NICHT aber gegen Zugriff (d.h. cd Verzeichnisname ist nach wie vor moeglich). Kennt jemand also Filenamen aus dem Verzeichnis kann er sie nach wie vor kopieren (!!). Um ein Verzeichnis gegen jeglichen Zugriff zu schuetzen muessen unbedingt die Ausfuehrungsrechte (x) entzogen werden. Also:
 chmod og-rx (Verzeichnisname)
Um das eigene Hauptverzeichnis gegen Zugriff zu sichern ist der chmod-Befehl einfach im Hauptverzeichnis (ohne Angabe eines Verzeichnisnamens) aufzurufen. Also:
 chmod og-rw
Achtung: Wird XFreunde benutzt darf das Hauptverzeichnis NICHT gegen Zugriff geschuetzt werden (das File ".display.machine" muss ja von anderen gelesen werden koennen). Es kann aber ohne Probleme gegen Lese- und Schreibzugriffe geschuetzt werden (wie im Beispiel).

Um ein Skript als ausfuehrbar zu kennzeichnen muss das x (eXecute) Flag gesetzt sein. Dies wird ebenfalls mit dem Befehl chmod realisiert. Der Aufruf lautet:

 chmod +x Dateiname

11. Wie konfiguriere ich das XMailTool?

Diesen Ausfuehrungen sei vorausgeschickt das ELM besser ist als das XMailTool -- der Umstieg lohnt sich!!

Aenderungen der Voreinstellungen sowie Aliasse werden beim XMailTool in der Datei ".mailrc" gespeichert.
Hinweis: In der Grundkonfiguration der RB speichert das XMailTool alle Mails nach dem Lesen unweigerlich in der Datei "mbox". Diese Datei ist NICHT gegen fremden Zugriff gesichert(!!) Die Rechte sollten wie im Kapitel "Wie setze ich Rechte?" beschrieben geaendert werden (chmod og-rwx mbox).

Moechte man, dass das XMailTool Mails solange in Bereitschaft haelt bis man diese selbst loescht oder speichert (und sie eben nicht einfach ins mbox-File geschoben werden) so muss man in der Datei ".mailrc" folgende Zeile einfuegen (existiert die Datei ".mailrc" nicht so sollte sie mit einem Texteditor erzeugt werden):

 
 set hold
Das XMailTool behaelt jetzt alle Mails solange bis es anders angewiesen wird.

Moechte man einen anderen Editor verwenden so muss man in der Datei ".cshrc" folgendes aendern:

setenv  EDITOR  "axe -noserver" # alternativ: emacs, jove, mg
Das XMailTool verwendet nun den in der Datei ".cshrc" angegebenen Editor. Da das XMailTool anderen Editoren misstraut erscheint nach Anwahl von "Save & Close" im AXE ein Confirm-Fenster, welches man bestaetigen muss um weiterzumachen. Um dies abzuschalten muss man in der Datei ".mailrc" folgendes aendern:
 set confirm_EDITOR=no
Moechte man, dass nur der Text einer Mail angezeigt wird (Wie nach betaetigen des Buttons "Body Only") ist folgendes in die Datei ".mailrc" einzufuegen:
 set bodyOnly
Soll bei der Antwort auf eine Mail der Text der Original-Mail zitiert werden muss folgendes ergaenzt werden:
 set include_msg
Das XMailTool bietet auch die Moeglichkeit Aliasse einzurichten. Dazu muss in der Datei ".mailrc" zunaechst das Schluesselwort "alias" erscheinen. Darauf folgt der Name den der Alias erhalten soll. Als letztes folgen die Adressen die durch den Alias bezeichnet werden sollen. Beispiel:
 Beispiel fuer Gruppenalias:

 alias ProPra hannes, theo, heini, seltsam@uni-goettingen.de, fritz, ...

 Beispiel fuer ein Einzelalias:

 alias Kumpel freund@uni.mit.verdammt.langem.namen.de
Wie mann sieht koennen die Bezeichneten Adressen beliebige EMail-Adressen (getrennt durch komma) sein. Bei logins im Rechnerverbund der GH-PB reicht also schon der erste Teil der EMail-Adresse (ohne @uni-paderborn.de)

Die Benutzung einmal eingegebener Aliasse ist denkbar einfach:
Im Feld "To:" wird der entsprechende Alias (also z.B. "ProPra") angegeben.

Wer all das viel besser haben will, der benutze den ELM

11. Wie uuencode/-decode ich?

uu-Codierung wird benutzt um Binaerdateien im ASCII Format kodieren zu koennen. Dadurch koennen Bilder und Programme dann einfach per EMail verschickt werden.

Um eine uu-codierte Datei (oder Mail) zu dekodieren genuegt der folgende Aufruf:

 uudecode dateiname
Dadurch wird die kodierte Binaerdatei wiederhergestellt. Sie erhaelt den Namen, der in der uu-codierten Datei nach begin angegeben ist. Soll der Inhalt einer Mail dekodiert werden so ist der Text der Mail vorher in eine Datei zu speichern.

Um selber Dateien zu kodieren benutzt man den Befehl "uuencode". Dieser erhaelt als Paramete zunaechst den Namen der zu kodierenden Binaerdatei (z.B. eines Bildes), dann den Namen den das File nach dem dekodieren erhalten soll (das was nach begin steht) und schliesslich eine Ausgabeumleitung in die Zieldatei. Beispiel:

 uuencode public/120386.gif Maedchen.gif > Maedchen.uu
In der Datei findet sich dann der uu-code, welcher beim dekodieren ein File namens Maedchen.gif erzeugt, welches der Datei 120386.gif entspricht.

12. Was ist TeX?

Genaue Ausfuehrungen zu TeX wuerden wohl den Rahmen dieses Einfuehrungsdokumentes sprengen. Fuer naehere Infos sei deshalb hier auf den folgenden Link verwiesen:

 /info/tex/latex2e/usrguide.dvi
Diese Pfadangabe gilt natuerlich nur im Netz der Informatik an der Uni-PB. Um sich das Dokument anzusehen sollte man "xdvi" als Viewer benutzen. Der komplette Aufruf sieht wie folgt aus:
 xdvi /info/tex/latex2e/usrguide.dvi
Wer bessere Infos sucht sollte sich mal das Buch
 LaTeX
 Eine Einfuehrung Bd. 1
 von Helmut Kopka
zu Gemuete fuehren. Vielleicht hilft auch der folgende Link:
The official LaTeX home page
Help on LaTeX

Um den Einstieg zu erleichtern veroeffentliche ich hier noch ein "Rahmendokument", welches man als Grundstock fuer eigene Dokumente benutzen kann. Das "Rahmendokument" unterstuetzt auch das einbinden von PS-Grafiken. Um Grafiken in den Text einzufuegen ist der folgende Befehl noetig:

 \epsfig{file=datei.ps}
Das "Rahmendokument" selbst gibt es hier:
TeX-Rahmendokument

13. Wie leite ich Mail um?

Wenn man mehr als ein login an der Uni hat ergibt sich das Problem, das man Mail gerne immer in einem Account lesen moechte. Der einfachste Weg Mail umzuleiten besteht darin, in den Accounts die umgeleitet werden sollen eine Datei namens ".forward" anzulegen. In diese Datei schreibt man dann einfach die EMail-Adresse des Accounts an den die Mail umgeleitet werden soll.
Hinweis: Diese Methode zum Mail-Umleiten ist NICHT im Rechnerverbund der Informatik anzuwenden (im HRZ funktioniert sie aber wahrscheinlich!). Im Rechnerverbund der Informatik sollte man den Hinweisen des folgenden Dokumentes folgen:
Korrektes forwarden von Mail

14. Mit dem Modem an die Uni?

Wie komme ich mit meinem Modem an die UNI und wie transferiere ich Dateien zwischen zu Hause und dem UNI-Account hin und her. Im Prinzip ganz einfach:

  1. Mit seinem Terminalprogramm waehlt man eine der 5 Modem-Nummern der UNI an. Eine einfache VT100 Terminalemulation ist ausreichend. Die Nummern lauten:
    1. 602448
    2. 602449
    3. 603468
    4. 603469
    5. 603470
  2. Nach eingeben von Login, Passwort und Rechnername sollte man sich jetzt in einer Shell auf dem UNI-Rechner befinden (Wenn denn mal nicht besetzt war).
  3. Um Dateien vom UNI-Account nach Hause zu transferieren benutzt man
     sz Dateiname.ext
     
    Um Dateien von zu Hause zum Uni-Rechner zu schicken benutzt man:
     rz 
     
    Das eigene Modemprogramm sollte eigentlich automatisch auf den jeweiligen Befehl reagieren und z.B. einen File-Requester zur Verfuegung stellen. Tut es dies nicht muss man eventuell nachhelfen (meistens Menuepunkt: Datei versenden oder aehnliches...)

15. Netzsurfen in der Shell?

Auch dies ist moeglich. Vielleicht fuer Modem-Besitzer eine notduerftige Alternative falls der Provider zu teuer wird... Durch Eingabe von

 lynx
 
wird ein terminalorientierter WWW-Browser gestartet.
Im Aufbau... wird staendig ergaenzt, korrigiert und erweitert
Patience is a virtue...

Letzte Aenderung: 26.2.1996

Erstellt am 29.1.96 von Stephan Ilaender

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